Kälberdurchfall: Ursachen, Erkennen und richtiges Handeln
Kälberdurchfall gehört zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Jungviehaufzucht. In den meisten Fällen sind Krankheitserreger wie E. coli, Rota- und Coronaviren oder Kryptosporidien im Kot nachweisbar. Trotzdem entsteht die Erkrankung fast immer durch ein Zusammenspiel infektiöser und managementbedingter Faktoren.
Folgende Faktoren sind entscheidend:
Die erste Kolostrumgabe muss zwingend innerhalb der ersten zwei Lebensstunden erfolgen – je früher, desto besser kann das Kalb die Immunglobuline aufnehmen. Bei der Menge gelten etwa 10 Prozent des Körpergewichts des neugeborenen Kalbes als Richtwert. Sollte sich das Kalb weigern, Kolostrum aufzunehmen, muss fachgerecht gedrencht werden. Die Kolostrumqualität sollte regelmässig mit einem Refraktometer überprüft werden.

Hygienemängel entstehen durch unzureichende Boxenreinigung, verschmutzte Tränken oder noch feuchte Boxen. Boxen und Iglus sollten immer vollständig austrocknen, bevor neue Kälber eingestallt werden, da die Keimbelastung in feuchter Umgebung schnell und stark ansteigt.
Haltungsfehler wie Zugluft oder eine schlechte Luft- und Einstreuqualität im Kälberstall begünstigen Kälbererkrankungen.
Fütterungsfehler wie ein mangelhaftes Tränkemanagement, verschmutzte Wassertränken oder eine schlechte Dürrfutterqualität erhöhen ebenfalls das Krankheitsrisiko. Das beste Heu sollte den Kälbern vorbehalten sein.
Im Artikel «Der rote ‹FORS›-Faden: Phasengerechte Energie- und Mineralstoffversorgung», Ausgabe 1/2026, werden unter anderem unsere Produkte zur Vorbeugung und Unterstützung der Kälbergesundheit näher beschrieben. Manchmal hilft jedoch auch das beste Management nicht und ein Kalb erkrankt an Durchfall. Dann ist schnelles Handeln gefragt!
Mit FORS 2881 Calf AKUT haben wir eine Neuheit, die Durchfälle schnell und zuverlässig mittels Mikroverkapselung essenzieller Nährstoffe und Wasser stoppt. Dadurch gewinnen Sie wertvolle Zeit für die Behandlung. Die Kotkonsistenz normalisiert sich in der Regel spätestens nach der zweiten Gabe. Der Wasser- und Elektrolythaushalt wird stabilisiert und lebenswichtige Nährstoffe werden zugeführt.
So setzten Sie FORS 2881 Calf AKUT ein:
- Bei Durchfall, dehydrierten oder übersäuerten Kälbern: 70gGramm pro Mahlzeit in 2 Litern warmem (38–40 °C) Wasser auflösen. Wichtig ist, dass das Wasser nicht wärmer als 40 °C ist, um die Mikroverkapselung zu schützen. Die zweite und gegebenenfalls dritte Gabe kann jeweils im Abstand von 8 Stunden verabreicht werden.
- Die erste Gabe erfolgt in Wasser, die Folgegaben können in Milch erfolgen. Wenn der Durchfall noch sichtbar ist, sollte die Milchzufuhr jedoch gestoppt werden. Auch in den ersten 12 Stunden nach der letzten Verabreichung von Calf AKUT sollte keine Milch angeboten werden, um die Wirkung zu unterstützen.
Spätestens wenn bei einem erkrankten Kalb kein Saugreflex mehr vorhanden ist, ist eine tierärztliche Behandlung notwendig.
Abschliessend die drei zentralen Botschaften zum Kälberdurchfall:
- Kälberdurchfall ist eine Faktorerkrankung. Nicht nur Erreger, sondern auch Management und Haltung spielen eine zentrale Rolle.
- Sofortiges Handeln ist entscheidend. Eine kontinuierliche Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr ist essenziell.
- «Tender Loving and Care»: Wärme, Hygiene und fürsorgliche Betreuung sind bei erkrankten Kälbern besonders wichtig.
Ein Bestand gilt als auffällig, wenn mehr als zehn Prozent der Kälber Durchfall entwickeln. In diesem Fall sollte das gesamte Management, von der Geburt bis zur Aufzucht, überprüft werden.




