Wenn die Vogelgrippe den Hühnern den Auslauf verbietet
Seit Anfang November 2025 wurden in der Schweiz mehrere Fälle der Aviären Influenza nachgewiesen. Aufgrund der weiterhin intensiven Viruszirkulation in Europa hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Präventionsmassnahmen verschärft und auf die gesamte Schweiz ausgeweitet. Die entsprechende Verordnung gilt bis zum 31. März 2026. Ziel ist es, jeden Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel zu verhindern und damit das Risiko eines Viruseintrags in Geflügelbestände zu minimieren. In den Kontroll- und Beobachtungsgebieten ist der Auslauf deshalb auf einen geschlossenen Aussenklimabereich (AKB) beschränkt oder es muss ein Haltungssystem garantiert sein, das für Wildvögel unzugänglich ist.
MASSNAHMEN GEGEN DEN EINTRAG DER VOGELGRIPPE
Seit Anfang November 2025 wurden in der Schweiz mehrere Fälle der Aviären Influenza nachgewiesen. Aufgrund der weiterhin intensiven Viruszirkulation in Europa hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Präventionsmassnahmen verschärft und auf die gesamte Schweiz ausgeweitet. Die entsprechende Verordnung gilt bis zum 31. März 2026. Ziel ist es, jeden Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel zu verhindern und damit das Risiko eines Viruseintrags in Geflügelbestände zu minimieren. In den Kontroll- und Beobachtungsgebieten ist der Auslauf deshalb auf einen geschlossenen Aussenklimabereich (AKB) beschränkt oder es muss ein Haltungssystem garantiert sein, das für Wildvögel unzugänglich ist.

BEDEUTUNG FÜR PRODUKTION UND VERMARKTUNG
Für die Produktion bedeutet dies zunächst Kontinuität: Die Beiträge für die Programme «Besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS)» und «Regelmässiger Auslauf ins Freie (RAUS)» werden weiterhin ausbezahlt, sofern die BTS-Vorgaben eingehalten sind. Auch die Kennzeichnung «Freilandhaltung» bleibt zulässig. Geflügelprodukte wie Eier oder Fleisch können weiterhin ohne Bedenken konsumiert werden.
BEDEUTUNG FÜR DIE TIERE
Mit der Stallpflicht steigt die Biosicherheit, gleichzeitig wirkt sich der eingeschränkte Lebensraum unterschiedlich stark auf die Tiere aus. Ohne freien Auslauf steht den Legehennen weniger Lauffläche zur Verfügung. Besonders in kleineren Haltungen kann dies stärker ins Gewicht fallen, da die begehbare Grundfläche insgesamt oft geringer bemessen ist als in grossen Ställen. Auf engem Raum können Rangordnungskämpfe zunehmen, da rangniedere Tiere weniger Ausweich- oder Fluchtmöglichkeiten haben. Stall sowie AKB werden stärker beansprucht, während Gras(narbe), Erdreich, Sämereien und pflanzliche Strukturen in der Weide als Beschäftigungs- und Nahrungsquellen sowie wechselnde Umweltreize wegfallen. Gleichzeitig entfallen mit dem geschlossenen Auslauf auch Risiken. Infektionen mit Bakterien oder Darmparasiten über feuchte, kontaminierte Böden können reduziert werden, ebenso der Eintrag von Krankheiten durch Wildvögel oder andere Vektoren. Zudem ist Freilandhaltung stets mit der Gefahr von Verlusten durch Beutegreifer verbunden. Füchse oder Greifvögel stellen auch im Herbst und Winter eine reale Bedrohung dar – Risiken, die durch das Auslaufverbot entfallen. In der Praxis zeigen sich die Auswirkungen jedoch unter schiedlich. Einige Betriebe berichten, dass ihre Herden im Stall in mancher Hinsicht gesünder wirken, etwa durch eine stabilere Darmgesundheit mit positiven Effekten auf Futterverwertung und Legeleistung. Andere Geflügelhalter/innen beobachten hingegen vermehrtes Feder- und Zehenpicken oder Gedränge an geschlossenen Auslauföffnungen mit dem Risiko von erdrückten Tieren. Im Winter kommt erschwerend hinzu, dass die tief stehende Sonne flach durch die Fenster in den Stall scheint und so Probleme mit Federpicken und Tieransammlungen verstärken kann. Hühner, die sich nicht wie gewohnt im Weideauslauf beschäftigen können, stürzen sich gierig auf alternatives Beschäftigungsmaterial im Stall oder AKB, was in der Regel zu einem erhöhten Verbrauch führt. Gleichzeitig fressen die Tiere mehr vom Hauptfutter, da die Ablenkung durch eine Futtersuche im Freien fehlt. Dies verbessert zwar die Nährstoffaufnahme und kann das Eigewicht und eventuell die Legeleistung steigern, birgt jedoch das Risiko einer übermässigen Energieaufnahme bei bewegungsarmen Tieren. Häufig handelt es sich hierbei um ranghohe Tiere. Hennen, die im Laufe des Winters verfetten, sind schwerer und zeigen zunehmend Einbussen bei Fitness, Legeleistung und Gefiederqualität.
HÜHNER BEI LAUNE HALTEN
1. Strukturen und Rückzugsmöglichkeiten schaffen:
Zusätzliche Strukturen wie Sandbäder, Trennwände oder andere Sichtschutzeinrichtungen sowohl im Volierensystem als auch im AKB schaffen Abwechslung und ermöglichen Ausweichräume. Die Installation von Lampen mit unterschiedlichem Lichtspektrum oder verschiedenen Lichtintensitäten kann den Raum zusätzlich gestalten. Eine grosszügige und einfallsreiche Gestaltung des AKB ist auch in kleineren Haltungen wichtig.
2. Beschäftigung und Futterergänzungen anbieten:
Bewährt haben sich Picksteine, Stroh- und Luzerneballen oder mit Emd oder Silage befüllte Netze. Frisches und abwechslungsreiches Einstreumaterial zum Scharren (zum Beispiel Häckselstroh, Hobelspäne, Laub) kombiniert mit einer allfälligen geringen Körnergabe unterstützt den intensiven Scharr- und Picktrieb der Hennen, fördert Bewegung und Beschäftigung und liefert zusätzlich wertvolle Rohfaseranteile, die sich positiv auf die Darmgesundheit und das Verhalten auswirken können. Raufutter sollte jedoch nicht in zu langer fressbarer Faserung angeboten werden, da eine übermässige Aufnahme zu Kropfverstopfungen führen kann. Eine gute Versorgung mit Magensteinchen kann über den Sand oder Gaben von Grit erfolgen.
3. Stallklima und Hygiene optimieren:
Die Luftqualität gewinnt aufgrund der verordneten Stallhaltung an Bedeutung. Lüftungssysteme müssen zuverlässig Feuchtigkeit und Gase wie CO2 und Ammoniak abführen. Besonders in Kleinhaltungen ohne technische Lüftung stellt dies im Winter eine Herausforderung dar. Umso wichtiger sind eine gute Einstreuqualität und regelmässige Entmistung. Auch die Milbenkontrolle darf trotz tiefer Temperaturen nicht gänzlich vernachlässigt werden. Gerade jetzt gegen Ende Winter darf den vorbeugenden Massnahmen gegen einen Milbenbefall besondere Aufmerksamkeit zukommen.
4. Tiere intensiv beobachten:
Entscheidend ist die laufende, sehr genaue Beobachtung der Tiere. Fehlverhalten wie Federpicken oder Kannibalismus, Spuren dieses Verhaltens am Tierkörper und deutliche Gewichtsunterschiede innerhalb der Herde sind als Warnsig nale zu verstehen und erfordern rasches Handeln. Vorbeugende Handlungen im Sinne der oben genannten Massnahmen tragen wesentlich dazu bei, Tierwohl und Leistung auch während einer längeren Phase ohne Weidezugang zu sichern.




